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Die türkische Sprache

   
 

Die türkische Sprache, die in der Türkei, Teilen Iraks und in Teilen Bulgariens gesprochen wird, ist der größte Teil der Turksprachen. Über 60 Millionen Menschen sprechen das moderne türkisch, wobei 10 Millionen Sprecher außerhalb der Türkei zu finden sind. Das Türkce gehört zum Oghusischen Sprachenast, genauso wie die Sprachen in Aserbaidschan und Turkmenistan.

Das heutige Türkisch ist eine sehr junge Sprache, denn es entstand aus dem Osmanischen, daß sich während der Zeit des Osmanischen Reiches weiterentwickelt. Die Urquellen des Türkisch liegen allerdings weit zurück. Die "Orchon-Inschriften" gelten als die älteste Quelle des türkischen. Der "Orchon" ist ein Nebenfluß des Jenissei in der heutigen Mongolei. Im Runenalphabet geschriebenen Texte enthalten türkische Bestandteile (aus dem Anfang des 8. Jahrhunderts).

Sieben verschiedene Turksprachen gibt :

1. Tschuwaschisch (Rußland)
2. Chaladsch (Iran)
3. Jakutisch (ferner Osten)
4. Südsibirisch
5. Kipschakisch (Wolga, Zentralasien)
6. Uigurisch (NW-China, Zentralasien)
7. Oghusisch (Türkei, Iran und Zentralasien)

Nur Tschuwaschisch kann vom Laien nicht als Turksprache erkannt werden. Alle anderen Sprachen benutzen teilweise ähnliche Wörter wie "kis" für Winter.

Die gemeinsame Vorprache aller kann linguistisch erschlossen werden. Auch chinesische Quellen weisen auf ein Vortürkisch hin. Die Türken seien die Nachfolger der Hunnen.

In späteren Zeiten des 9. und 10. Jahrhunderts häufen sich dann die Übersetzungen in das Türkische, wobei meist religiöse Texte übersetzt wurden. In der Periode der Herrschaft der Karachniden im 11.-13. Jahrhundert wurden die ersten literarischen Werke verfasst bsp.: "Besiligende Weisheit" von Yusuf aus Balasagun 1069

Im 16. Jahrhundert fand das Tschagataische als Literatusprache weite Verbreitung. Besonders bekannt ist das autobiographische Werk des Eroberers von Indien mit dem Namen "Timur".

Das Oghusische zerfällt wieder in fünf Gruppen. Dabei gibt es drei Typen des Westoghusischen und zwei Gruppen des Ostoghusischen. Der gemeinsame Wortschatz aller Gruppen umfaßt 25 %. Aus dem alttürkischen "tay" wird heute der "dag", der Berg im Deutschen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Landesteilen der Türkei sind nicht so dramatisch. Maßstab der Sprache ist das in Istanbul vom Bürgertum gesprochene "hochtürkisch". Die Unterschiede in Deutschland zwischen dem Emsland und Bayern sind größer.

Die arabische und persische Schrift ist mit dem Türkischen nicht verwandt. 1928 wurde die arabische Schriftform abgeschafft. Mustafa Kemal hatte schon 1919 in Erzurum auf dem Nationalkongreß über die Abschaffung des arabischen Alphabets nachgedacht. Die Wissenschaft verhielt sich gegenüber diesem Ziel sehr ablehnend. Es kam sogar zum Sprachenstreit, jedoch hat die Zeit diesen Streit eindeutig für die Reform entschieden.

Mit der neuen Schrift wurde eine beispiellose Kampagne zur Alphabetisierung gestartet. Über 1,3 Millionen Menschen im Alter zwischen 16 und 40 konnten auf den Nationalschulen die neue Sprache lernen. Heute gibt es in der Türkei nur noch wenige Analphabeten. Es ist das islamische Land neben Tunesien welche die geringste Analphabetenquote hat. Allerdings weisen Griechenland, Korea und andere Länder noch bessere Quoten auf.

   
 
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