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Der Nemrud-Dag

   
 

Der spätere Generalfeldmarshall Graf Helmuth von Moltke entdeckte als Miltärberater des türkischen Sultans als erster die Figuren auf dem Nemrud Dag. Von Moltke hatte die Aufgabe, aufgrund der Bedrohung des Osmanischen Reiches durch den Ägypter Mehmet Ali (Statthalter des Osmanischen Reiches), die Region im Südosten der Türkei genau militärisch zu kartieren. Dabei fielen ihm außergewöhnlich große Figuren auf dem Nemrud-Dag auf.

Der Autor nimmt auf der Westterrasse des Nemrut-Dag bei verwitterten Abbild von Antiochos und Kommagene in über 2000 m Höhe Platz.

Untersucht wurden die Denkmäler erst, als 1883 der Deutsche Karl Sester nochmalsauf sie hinwies. Der Entdecker schilderte der Preußisch-Königlichen Akademie zu Berlin, den Nemrud-Dag in den schillerndsten Farben. Es vermutete, dass es eine Anlage aus der assyrischen Kultur sei. Das Wort "assyrisch" war in den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ein Schlüsselwort. Kaum ausgesprochen setzte sich alles in Bewegung, um zu diesen Stätten zu gelangen. In den Museen zu Paris und London fanden sich schon viele assyrische Schätze und in Berlin würde so etwas auch gerne gesehen.

Der Nymphenfluss am Nemrud-Dag. Der Zugang zum imposanten Berg. Hier findet sich auch eine noch erhaltene römische Brücke.

Humann, der im Osmanischen Reich, schon zahlreiche Ausgraben vollzogen hatte, unternahm dann im Jahre 1883 eine Expedition zum Nemrut-Dag. Sehr beeindruckt von der Anlage merkte er schnell, dass es sich nicht um assyrische Kunstwerke, sondern um Werke aus späterer römischer Zeit handelte. Im 20. Jahrhundert wurden zahlreiche Forschungen auf dem Nemrud-Dag betrieben. Herausragend dabei zu nennen, ist die Arbeit der Professorin Theresa Goell in den fünziger Jahren des 20. Jahrhundert, die den Nemrud-Dag wieder in den Mittelpunkt einer breiten Öffentlichkeit stellte.

Das Gebirgsmassiv des Nemrud-Dag von Adiyaman aus gesehen.

Der tatsächliche Erschaffer dieser wundervollen Figuren auf dem Nemrud-Dag ist der Kommagene-König Antiochos Epiphanes I. Er war König eines Staates im Südosten der Türkei dessen Raum sich zwischen Malatya, Marash und Gazinatep ausdehnte. 72. v. Chr gelangte diese Region unter den Einfluss der Römer und trotzdem durften die kommagenischen Prinzen weiter den Königstitel tragen. Für die Römer war der Platz im äussersten Osten des Reiches wichtig. Östlich davon erhob sich ein weiteres großes Weltreich, das Reich der Parther. Kommagene lag genau an den Euphratübergängen und war daher von großer strategischer Bedeutung.

Der Autor vor dem Tumulus aus Gestein auf dem Nemrud-Dag.

Diese Situation nutze Antiochos der I. geschickt aus, so dass er weiterhin seine Selbständigkeit für lange Zeit waren konnte. Die Anlage auf dem Nemrud-Dag ist die heilige Stätte des Antiochos des I. Auf drei Terrassen rund um den Berg sind verschiedene Figuren dargestellt. Sie vereinen die persische und hellenistische Götterwelt. Dazu gibt es als Bewachung Löwen und Adlerfiguren, die seit über 2000 Jahren trotz Wind und Regen auf dem Berg gut erhalten sind. Auf der Basis an der Ostseite des Nemrud-Dag sind Inschriften angebracht, die über die Zeremonien, Geburtstage der Könige und über die Gesetze informieren. Auf einem Stein ist die astronomische Situation dargestellt, die auf den 07.06.62 v. Chr. deutet. Es ist das älteste Horoskop der Welt. An diesem Tag ist Kommagene auf den Thron gestiegen.

Alle persischen oder hellenistischen Könige wollten vergöttert werden und deshalb richtete Antiochos der I. auf diesem, vielleicht schönsten Berg der Welt, sein Heiligtum und vielleicht (unter dem Tumulus) auch seine Grabstätte ein. In Fels gemeißelt steht : "Der Tag meiner Geburt, soll jedes Jahr gefeiert werden. An diesem Tag hat der Priester, für die Götterstatuen und auf meine Statuen goldene Kränze zu legen ....."

Seit 1987 ist dieser Berg mit den Figuren Teil des Unseco-Weltkulturerbes.

Impressionen vom Nemrud-Dag und Umgebung

Die Fahrt zum Nemrud-Dag ist sehr beschwerlich. Da der Südosten der Türkei abseits der großen Touristenströme liegt, muss man entweder über Adana oder Gaziantep einfliegen und von dort aus 200 km mit Auto oder Bus in die Umgebung des Anti-Taurus fahren, um nach Adiyaman zu gelangen. Von hier aus braucht man 1-2 Stunden bis zum Berg.

weitere Hinweise zum Nemrud-Dag

The international Nemrud foundation

   
 
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